Die Halbschattenfinsternis. Die Beobachtungsnacht vom 11. auf dem 12. November. Jupiter, Mars und Mond in der zweiten Nachthälfte. Die Beobachtungsnacht vom 26. auf dem 27. November. Der Beobachtungsabend vom 27. November.
Schmale Mondsichel vom 3. Oktober 2013
Mondsichel vor Neumond.
Die Daten für das Bild:
Die Halbschattenfinsternis vom 18. auf dem 19. Oktober.
In der Nacht vom 18. auf dem 19. Oktober tauchte der Mond in den Halbschatten der Erde ein.
Der Mond tauchte zu rund
79% in den Halbschatten ein, die maximale Verfinsterung war um 1:50 MESZ am 19. Oktober 2013.
Ich beobachtete die
Verfinsterung in Langenzenn/Mittelfranken.
Neben einen leicht dunstigen Himmel und durchziehenden dünnen Wolkenfeldern
hatte ich recht gute Bedingungen an meinem Standort.
Vor dem Eintritt in den Halbschatten, die maximale Phase und kurz vor dem Ende der Finsternis.
Die maximale Phase, kontrastverstärkt.
Im kontrastverstärkten Bild erkennt man die Verdunkelung am Mondrand bei sieben bis acht Uhr (Orientierung auf dem Bild).
Die Aufnahmedaten aller Bilder:
Visuell, mit den freien Augen konnte ich keine Verdunkelung oder Veränderung am Mond sehen.
Die erste Beobachtung mit dem Coronado PST H- alpha Sonnenteleskop.
26.10.2013 in Burggrafenhof.
Ich habe heute mein neu erstandenes PST H– alpha Sonnenteleskop eingeweiht.
Ich konnte eine große Menge an Details in der Chromosphäre und am Sonnenrand erkennen.
Die Nacht vom 11. auf dem 12. November.
An meinem Standort bei Langenzenn, westlich von Nürnberg klarte der Himmel zum Abend hin immer weiter auf. Doch rechtzeitig
nach Einbruch der Dunkelheit zog dichter Nebel auf.
Da es aber bis zum Monduntergang in der zweiten Nachthälfte
um 1:30 Uhr noch dauerte, fuhr ich auf die Nord- Ostseite von Nürnberg zum Segelflugplatz Lauf- Lillinghof,
in der Hoffnung, dort bessere Bedingungen vorzufinden.
Die Nacht oben am Flugplatz war zwar bisweilen sehr windig,
mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 9,5 km/h und einem Maximum von 20 km/h. Die Nacht war klar und wolkenfrei.
Über den Städten weiter unten gelegen konnte ich eine Nebeldecke ausmachen, die die künstliche Beleuchtung abschirmte.
Beobachtet habe ich wieder mit meinem 300/1200mm Newton, parallaktisch montiert.
Zeit in UT | SQM-L | Infrarot | Lufttemperatur | Luftfeuchte |
Katalognummer | Typ | Sternbild | Vx. | Filter | Beschreibung |
145 | 20m97/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
+ 6°C | 82% |
NGC 1605 | Oh | Perseus | 255x | Ein sehr schwacher Sternhaufen, den ich erst bei mittlerer Vergrößerung im Feld
sehen kann. Wenige, sehr schwache Sterne. Unregelmäßige, längliche Form. Der Sternhaufen hat keine Konzentration der Sterne zur Mitte des Haufens. Aufgelöst. |
|
R Lepus | ★ | Hase | 49x | Der Stern ist sehr hell und deutlich zu sehen. Intensives Orange. Er kann im Feld nicht übersehen werden. |
230 | 20m91/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
- 1°C | 79% |
IC 418 | Pn | Hase | 343x | [OIII] | Spirographnebel. Der Planetarische Nebel ist ein rundes, kleines strukturloses Scheibchen. Er fällt im Feld sofort auf. Ohne Filter hat er eine leicht bläuliche Farbe. Mit dem [O III] Filter bleibt er immer noch ein strukturloses Scheibchen, nur der Kontrast zum Hintergrund steigt erheblich. Nach längeren beobachten sehe ich das Scheibchen leicht oval. Die Ränder gehen nicht scharf in den Hintergrund über, der Pn ist etwas diffus begrenzt. Bei hoher Vergrößerung erkenne ich keinen Zentralstern. Im Übersichtsokular bei 38x bleibt er stellar. Er ändert bei dieser Vergrößerung seine Helligkeit im Gegensatz zu den umgebenden Sternen beim [O III] Filterblinken nicht. |
315 | 21m00/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
- 1°C | 73% |
IC 2149 | Pn | Fuhrmann | 400x | [OIII] | Im Übersichtsokular bei 38x ein stellarer Planetarischer Nebel, der im Feld nicht
übersehen werden kann. Bei 400x ein länglich ovales Scheibchen, 3:1 Ost- West. Das Scheibchen ist strukturlos. Der Pn ist schon ohne Filter gut zu sehen, mit dem [O III] Filter steigt der Kontrast zum Hintergrund merklich an. |
340 | 21m13/□" Zenit |
C/2013 R1 (Lovejoy) |
☄ | Löwe | 38x 109x 343x |
Indirekt konnte ich den Kometen schon mit den freien Augen sehen, aber nicht die
ganze Zeit halten. Der Komet ist im 80mm Sucher schon sehr deutlich zu sehen. Im 12" Newton bei 38x ist er schon sehr eindrucksvoll. Der Komet ist sehr groß und sehr hell. Er hat eine große Koma mit einem hellen Kernbereich. Ich kann einen deutlichen Schweifansatz und einen schwachen, kurzen Schweif sehen. Ein ganz anderer Anblick bietet sich bei 109x. Die Koma ist sehr hell und fast formatfüllend im Okular. Der Kernbereich ist zu ⅓ auf die der sonnenzugewanden Seite der Koma versetzt. Der Schweifansatz und der Schweif sind jetzt viel deutlicher und auffälliger. Der Schweif tritt jetzt deutlicher hervor. Vergrößerung 343x: Der Kernbereich ist in Sonnenrichtung aufgefächert. Diese Auffächerung ist nicht gleichmäßig hell. Vor dem Kernbereich in Sonnenrichtung ist ein etwas schwächerer Querbogen, so das der Eindruck einer einzelnen "Bugwelle" entsteht. Am Schweifansatz ist die Koma nicht gleichmäßig hell, sondern etwas "löchrig". Dieser Eindruck entsteht durch dunklere Stellen im Schweifansatz. |
|
NQ Gem | ★ | Zwillinge | 38x 136x |
Mittelheller Stern. Blasses Orange. Der Stern fällt im Feld nicht so sehr auf. Bei 38x ist die Farbe ein deutliches Orange, der Stern fällt jetzt auch im Feld besser auf. |
300 | 20m92/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
+ 5°C | 75% |
C/2012 S1 (ISON) |
☄ | Jungfrau | 109x | Der Komet fällt sehr im Okular auf. Durch seine Nähe zum Horizont leidet der Kontrast zum Hintergrund. Helle, mittelgroße Koma, deutlich sichtbarer Schweif. |
Ende der Beobachtungsnacht.
Jupiter, Mars und Mond in der zweiten Nachthälfte.
Beobachtungsbericht vom 25. November.
Obwohl es tagsüber nicht danach aussah, meldete der Wetterbericht für die zweite
Nachthälfte einen klaren Himmel. Ich vertraute darauf, und packte meinem Schiefspiegler ein.
Meinem Wecker stellte ich auf 3 Uhr, der Wetterbericht sollte recht behalten, es war ein völlig klarer Himmel.
Mein Beobachtungsort war Kreben in Mittelfranken, 30km westlich von Nürnberg.
Es ging ein leichter Wind, der sich
nach einer Weile legte. Um 5:30 Uhr hatte es nur noch +2℃ bei 76% Luftfeuchte.
Zuerst habe ich Jupiter eingestellt.
Bei einer Vergrößerung von 273x konnte ich unzählige Strukturen erkennen.
Alle vier Monde konnte ich als Scheibchen
sehen, das viel besonders zu den umgebenden Feldsternen auf, die kleine Punkte im Okular waren.
Mars war mein nächstes Ziel.
Auch hier vergrößerte ich 273x.
Im Okular war Mars ein kleines Scheibchen mit einer deutlichen Phase. Das Scheibchen war
annähernd strukturlos, es stand im Okular auch nicht still, die Luftunruhe machte sich bei Mars im Gegensatz zu Jupiter
deutlich bemerkbar.
Deutlich konnte ich die sehr helle und große Polkappe sehen die einen dunklen Saum hatte.
Weiter ging es zum Mond.
Wieder vergrößerte ich 273x.
Im Okular hatte ich ein sehr ruhiges Bild, ich wurde den Eindruck nicht los, über
die Mondoberfläche zu fliegen.
Auf der Nachtseite blitzten viele Bergspitzen wie kleine Sterne in der Dunkelheit.
Merkur und Saturn am Horizont, der Stern rechts ist Spica, α Vir.
Zum Abschluss der Nacht konnte ich nochMerkur und
Saturn mit den freien Augen sehen.
Vom Komet
ISON war trotz intensiver Suche mit einem 10x60
Fernglas nichts zu sehen.
Die Dämmerung beginnt, die Beobachtungsnacht endet.
Die Nacht vom 26. auf dem 27. November.
In dieser Nacht zog es mich zum Segelflugplatz Lauf- Lillinghof.
An meinem Standort in der Nähe von Langenzenn überzog
sich der Himmel mehr und mehr mit Wolken, so das ich es für besser hielt, nordöstlich vom Großraum Nürnberg zu beobachten.
In Lillinghof erwartete mich ein klarer, von der künstlichen Beleuchtung aufgehellter Himmel. Der Wind wehte
mit einem Durchschnitt von 7,5 km/h und einen Maximum von 20 km/h.
Mein 12" ƒ4 Newton, parallaktisch
montiert, war mein optischer Begleiter in dieser Nacht.
Zeit in UT | SQM-L | Infrarot | Lufttemperatur | Luftfeuchte |
Katalognummer | Typ | Sternbild | Vx. | Filter | Beschreibung |
1930 | 20m87/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
+ 2°C | 68% |
154P (Brewington) | ☄ | Pegasus | 109x | Eine sehr schwache, fast runde Aufhellung. Direkt kann ich den Kometen gerade noch erkennen. Eindeutiger kann ich den Komet sehen, wenn ich das Teleskop etwas bewege. |
|
NGC 129 | Oh | Kassiopeia | 109x | Mittelgroßer, sternreicher Haufen. Den Haufen kann ich im Feld gut erkennen. Auf dem ersten Blick fällt eine doppelt geschwungene Sternkette auf, an der die meisten Sterne angeordnet sind. Die östliche Sternkette ist innerhalb ihres Bogens fast sternleer. Die Sterne im Haufen haben verschiedene Helligkeiten. Der Haufen hat eine unregelmäßige Grundform und ist voll aufgelöst. |
2145 | 21m00/□" Zenit | IR-230: - 23°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
+ 1°C | 76% |
NGC 1171 | Gx | Perseus | 179x | Sehr schwache, ovale Aufhellung, 4:1 Nord- Süd ausgerichtet. Gleichmäßig hell. Im direkten Sehen kann ich die Galaxie gerade noch erkennen. |
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NGC 1186 | Gx | Perseus | 179x | Die Galaxie ist ein ganz schwaches Glimmen im Feld. Sie kann leicht übersehen werden. Ein Stern direkt an der Galaxie stört sehr bei der Beobachtung. Strukturlose, ovale Aufhellung. |
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IC 284 | Gx | Perseus | 179x | Im Feld kann ich eine sehr schwache, strukturlose Aufhellung sehen. Deutlicher wird die Aufhellung, wenn ich das Teleskop etwas bewege. Ovale Form. Mittelgroße Galaxie. |
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NGC 1175 | Gx | Perseus | 179x | Im Feld ist die Galaxie deutlich zu sehen. Kleine Aufhellung. Blickweise ein kleiner, heller Kern. Ovale Form. |
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NGC 1198 | Gx | Perseus | 343x | Eine kleine Galaxie, die bei mittleren Vergrößerungen nicht auffällt. Kleine, runde und schwache Aufhellung. Gleichmäßig hell. |
145 | 21m02/□" Zenit | IR-230: - 22°C, Zenit 5090: - 50°C, Zenit |
0°C | 83% |
NGC 1491 | Gn | Perseus | 179x | [OIII] | Den Nebel kann ich ohne Filter im Feld sehen. Der [O III] Filter steigert den Kontrast zum Hintergrund beträchtlich, der Nebel wirkt viel heller. Der Nebel hat eine unregelmäßige Form mit Einbuchtungen an den Rändern. Er ist auch nicht gleichmäßig hell, sondern ich kann Gebiete mit unterschiedlichen Helligkeiten im Nebel sehen. Die Westseite vom Nebel ist heller und strukturierter als die Ostseite. In der Ostseite ist ein schwacher Stern. Mittelgroßer Nebel. |
Beobachtungsabend am 27. November in Kreben/Mittelfranken.
An diesem Abend beobachtete ich in der Nähe der Ortschaft Kreben in Mittelfranken.
Am Beobachtungsplatz, einer
Wiese in waldnähe erwartete mich ein wolkenloser, aber sehr aufgehellter Landhimmel.
Leider hielt der klare Himmel
nicht lange an, um 20 Uhr zog zum ersten mal ein ausgedehntes Wolkenfeld über den Himmel, erst um 21 Uhr klarte es wieder
auf.
Doch das hielt leider auch nicht lange an, bereits eine halbe Stunde später überzog sich der Himmel wieder komplett
mit Wolken.
Am diesen Abend war es fast windstill, mit einem Maximum von 5,5 km/h und einen Durchschnitt von 0,4 km/h.
Ich beobachtete wieder mit meinem 12" ƒ4 Newton, parallaktisch montiert.
Zeit in UT | SQM-L | Infrarot | Lufttemperatur | Luftfeuchte |
Katalognummer | Typ | Sternbild | Vx. | Filter | Beschreibung |
1830 | 20m88/□" Zenit | IR-230: - 19°C, Zenit | - 8°C | 81% |
Das aufsuchen von Sternhaufen NGC 7419 bereitete mir
erhebliche Probleme.
Von meinem Leitstern 30 Cep ausgehend, den ich mit den Telrad einstellte, konnte ich keine
Übereinstimmungen zu den Sternmustern im Sucher finden.
Ich überprüfte noch einige male, ob ich denn den richtigen Stern
im Telrad hatte, was meiner Meinung nach auch der Fall war. Trotz aller Versuche konnte ich den Sternhaufen nicht finden.
Nach einer Weile fiel mir auf, das ich meine Übersichtskarte falsch hielt, und ich den Stern 9 Cep in den
Telrad eingestellt hatte...
Der Sternhaufen war nun mit den richtigen Stern im Telrad schnell eingestellt!
NGC 7419 | Oh | Kepheus | 179x |
Der Sternhaufen ist ein kleiner nebliger Fleck im Feld. Ich kann viele schwache und nur wenige mittelhelle Sterne erkennen. Der Sternhaufen ist nicht ganz aufgelöst, der Hintergrund bleibt etwas neblig. Unregelmäßige, runde Form. |
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RU Aqr | ★ | Wassermann | 109x | Ein schwacher Stern, der im Feld kaum auffällt. Sehr blasses Orange. |
Ab 20 Uhr MEZ überzieht sich der Himmel vollständig mit dünnen Wolken.
2015 | 21m02/□" Zenit | IR-230: - 18°C, Zenit | - 8°C | 86% |
Die nächsten Objekte beobachtete ich durch große Wolkenlücken.
NGC 425 | Gx | Andromeda | 343x | Die Galaxie ist eine kleine und sehr schwache Aufhellung. Direkt kann ich sie gerade noch sehen. Gleichmäßig hell, strukturloses Oval. |
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NGC 393 | Gx | Andromeda | 343x | Eine kleine Galaxie die ich direkt noch gut sehen kann. Ein kleines rundes, gleichmäßig helles Bällchen. |
Um 2130 Uhr ziehen wieder Wolken auf, die dieses mal
sehr dicht sind, und keinen Stern mehr erkennen ließen.
Ich beendete die Beobachtungsnacht.
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Der Winter macht sich so langsam auf dem Teleskop und am Thermometer bemerkbar.