Der VdS Astronomietag. Die streifende Sternbedeckung vom 4. Mai. Die Nacht vom 24. auf dem 25. Mai.
Der 12. VdS Astronomietag am 5. April.
Am 5. April 2014 fand zum 12. mal der Astronomietag der Vereinigung der Sternfreunde statt. Das Thema für den diesjährigen Astronomietag lautete "Weltraumwüsten".
Zusammen mit Astronomiebegeisterten Leuten aus dem "Forum Stellarum" traf ich mich in der Nähe von Kitzingen
an der Eherieder Mühle.
Das Wetter sah aber nicht danach aus, als würde es an diesem Tag einen wolkenfreien
Himmel geben, auch wenn einige Wettervorhersagen für diesen Tag noch einen wolkenfreien Himmel vorhersagten.
Leider bestätigte sich das METEOSAT Bild, und der Himmel war vollständig von Wolken überzogen, durch diese nur ab
und an zaghaft die Sonne durchkam.
Ich hatte an diesen Tag meinem 150/3000mm Schiefspiegler und das Coronado PST dabei.
Aufgebaut haben wir die
Teleskope gegen 15 Uhr.
Etwa um die 25 bis 30 zum Teil sehr interessierte Besucher fanden den Weg zu uns, und konnten sich über die
Amateurastronomie informieren.
Leider war das Wetter wieder alles andere als astronomisch.
Ich konnte nur durch angedeutete Wolkenlücken die
Sonne im Weißlicht und in der H- alpha Linie zeigen. Im Weißlicht konnte eine große Fleckengruppe mit ausgeprägten
Flecken beobachtet werden, in der H- alpha Linie zumindest eine Protuberanz.
Leider überzog sich der
Himmel immer mehr mit dichten Wolken, so das wir gegen halb sieben am Abend wieder abbauten.
Mars.
Gezeichnet am 150/3000mm Schiefspiegler.
Vergrößerung: 214x.
17. April, um ca. 2230 UT.
Streifende Sternbedeckung am 4. Mai.
Am 4. Mai kam es gegen 2035 UT zu einer streifenden Sternbedeckung vom Stern λ Gem durch den Mond. Diese Bedeckung konnte auf der Linie Köln, Frankfurt und Nürnberg streifend gesehen werden.
Ich beobachtete diese Sternbedeckung in der Nähe der kleinen Ortschaft Dürrnfarnbach in Mittelfranken.
An meinem Standort war der Himmel klar, aber er war dunstig, es zogen auch immer wieder etwas dichtere Dunstfelder
durch.
Der Stern λ Gem konnte ich mit den freien Augen nicht sehen, um den Mond bildete sich ein
deutlicher Halo, der diesen Stern unterdrückte.
Das Bild nahm ich gegen 20 Uhr UT auf.
Der Stern λ
Gem ist der schwache Punkt etwas rechts der Mitte am oberen Bildrand.
Die Sternbedeckung konnte ich vollständig verfolgen.
Die Bedeckung beobachtete ich mit meinem 150/3000mm Schiefspiegler bei einer Vergrößerung von 214x.
Den Stern λ Gem konnte ich im Gegensatz zu den freien Augen sehr deutlich im Okular sehen.
Die Bewegung vom Mond relativ zum Stern fiel nicht so sehr auf, als beide Objekte noch einen großen Abstand
zueinander hatten.
Erst als der Abstand immer kleiner wurde, fiel die Bewegung vom Mond so richtig auf.
Als der Mond mit einem sehr geringen Abstand an den Stern vorbeizog, konnte ich die Bewegung sehr deutlich erkennen.
Zuerst konnte ich beobachten, wie sich die unbeleuchtete Seite vom Mond, die ich im Okular gut sehen konnte, an den
Stern heranschob, ihn aber nicht erreichte.
Die Bewegung vom Mond konnte ich eindrucksvoll sehen, als sich
die ersten Bergspitzen am Mondrand im sehr geringen Abstand am Stern vorbeischoben.
Der Stern wurde an meinem Standort nicht vom Mond bedeckt. Der
Mond zog in einem sehr geringen Abstand an den Stern vorbei, ohne ihn zu bedecken.
Das zweite Bild habe ich um 2027 UT aufgenommen.
Dieses Bild habe ich um 2043 UT aufgenommen.
Alle Bilder, habe ich mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ 150 aufgenommen.
Die Beobachtungsnacht nördlich von Langenzenn, vom 24. auf dem 25. Mai.
Schon im Laufe des Tages zogen sich die Wolken immer mehr zurück, bis gegen Abend der Himmel völlig frei
von Wolken wurde.
Die Nacht wurde sehr klar, keine einzige Wolke zog umher.
Auch die Durchsicht war
sehr gut. Selten gibt es an meinem Standort in Mittelfranken einen solch transparenten Himmel wie in dieser Nacht.
Meteoblue meldete zudem noch gute Seeingwerte.
Im Okular waren selbst bei sehr hoher Vergrößerung die
Objekte sehr ruhig.
Anfangs der Nacht ging noch ein leichter Wind, der sich aber schnell wieder legte. Er hatte eine
Durchschnittsgeschwindigkeit von 2 km/h und eine maximale Geschwindigkeit von 11 km/h.
Beim Einbruch der Dunkelheit setzte sich auch noch viel Feuchtigkeit ab. Ich hielt mein Teleskop solange geschlossen,
bis ich das beobachten anfing, so konnte sich die Luftfeuchtigkeit nicht auf den Spiegeln absetzen.
Auf dem linken Bild ist am Horizont der aufziehende Erdschatten zu sehen. Das rechte Bild zeigt den Westhorizont nach Einbruch der Dunkelheit.
Das Teleskop ist fertig aufgebaut, die Nacht kann beginnen.
Ich beobachtet auch in dieser Nacht wieder mit meinem parallaktisch auf einer Losmandy G11 montierten
12″/ƒ4 Newton.
Die beobachteten Objekte und die Beschreibungen der Eindrücke am Okular:
Zeit in UT | SQM-L | Infrarot | Lufttemperatur | Luftfeuchte |
Katalognummer | Typ | Sternbild | Vx. | Filter | Beschreibung |
2120 | 20m80/□" Zenit | IR-230: - 13,5°C, Zenit | + 8°C | 85% |
SN 2014bc | Sn | Jagdhunde | 400x | Supernova in der Galaxie NGC 4258 (Messier 106). Blickweise entsteht der Eindruck von einem doppelten Kern oder einem kleinen, hellen Knoten am Kern. Ich kann die Supernova nicht ständig halten. Sie blitzt immer wieder auf. Für die Beobachtung der Supernova wäre eine noch höhere Vergrößerung als 400x hilfreich, um sie besser vom Kern trennen zu können. |
2225 | 21m03/□" Zenit | IR-230: - 14,1°C, Zenit | + 8°C | 85% |
NGC 5929 NGC 5930 |
Gx | Bärenhüter | 343x 400x |
Arp 90. Im Feld kann ich zwei eng stehende, durch einem dunklen Zwischenraum getrennte Galaxien sehen. Beide Galaxien kann ich im direkten Sehen gut erkennen. Beide Galaxien sind annähernd gleichmäßig hell. Die Nord- östliche Galaxie - NGC 5930 - ist die größere der beiden Galaxien. Im indirekten Sehen wird diese Galaxie auch zur Mitte heller. Bei 400x sind beide Galaxien deutlicher getrennt. |
|
UGC 9858 | Gx | Bärenhüter | 255x | Südlich an einer Sternkette kann ich im direkten Sehen eine sehr schwache Aufhellung
sehen. Die Sternkette stört sehr bei der Beobachtung dieser Galaxie. Die Galaxie ist eine schmale Aufhellung. Sie ist gleichmäßig hell. |
2300 | 21m10/□" Zenit | IR-230: - 14,6°C, Zenit | + 8°C | 86% |
NGC 6012 | Gx | Schlange | 255x | Im Feld kann ich ein sehr schwaches Nebelfleckchen sehen. Die Galaxie kann ich im direkten Sehen noch gut erkennen. Die Aufhellung hat eine ovale Form und ist gleichmäßig hell. |
2325 | 21m12/□" Zenit | IR-230: - 14,7°C, Zenit | + 7°C | 86% |
NGC 6172 | Gx | Schlange | 343x | Die Galaxie ist eine schwache und kleine Aufhellung. Direkt kann ich sie noch gut sehen. Sie hat eine ovale Form und ist gleichmäßig hell. Bei zu niedriger Vergrößerung fällt die Galaxie nicht im Feld auf. |
|
NGC 6118 | Gx | Schlange | 179x | Im Feld kann ich eine sehr schwache, neblige Aufhellung sehen. Die Galaxie fällt besser auf, wenn ich das Teleskop bewege und sie durch das Okular laufen lasse. Ovale Form. Im direkten Sehen kann ich die Galaxie gerade noch erkennen. |
Der Südhimmel um 2345 UT.
015 | 21m12/□" Zenit | IR-230: - 14,9°C, Zenit | + 7°C | 87% |
NGC 6309 | Pn | Schlangenträger | 400x | [OIII] | Ein kleiner und heller Planetarischer Nebel. Schon ohne Filter kann ich den Nebel deutlich sehen. Er steht direkt südlich an einem schwachen Stern. Beobachtung mit dem [O III] Filter: Der Nebel ist länger als breit, 3:1 Nord- Süd ausgerichtet. Er hat eine leicht ovale Form. Der Planetarische Nebel wirkt nicht gleichmäßig hell, im südlichen Drittel kann ich eine dunkle Einschnürung erkennen. |
055 | 21m07/□" Zenit | IR-230: - 15,3°C, Zenit | + 9°C | 80% |
PK 53+24.1 | Pn | Herkules | 400x | [OIII] Blaze Gitter |
Vyssotsky 1-2. Stellarer Planetarischer Nebel. Bei niedriger und mittlerer Vergrößerung konnte ich den Planetarischen Nebel nicht von den Feldsternen unterscheiden. Auch bei 400x, ohne Filter konnte ich den Nebel im Feld nicht eindeutig zuordnen. Erst das Blaze Gitter Spektroskop brachte den Nachweis, das der Nebel im Feld vom Okular ist. Mit dem [O III] Filter blinken konnte ich den Planetarischen Nebel identifizieren. Während die Feldsterne stark gedämpft wurden, blieb der Planetarische Nebel ein heller Punkt. Der Nebel bleibt auch bei hoher Vergrößerung stellar, er wird nur sehr gering flächig. |
130 | 20m49/□" Zenit | IR-230: - 15,1°C, Zenit | + 7°C | 85% |
Statistik (nur Deep Sky): 2.024 Beobachtungen, 1.330 Objekte.
Die Dämmerung setzt ein und beendet diese Nacht.
Die SQM-L Messwerte für diese Nacht.
Der Mond und die Venus am Morgenhimmel.
Aufgenommen um 220 UT.
Mondsichel.