Bei diesem Teleskop handelt es sich um eine reine Spiegeloptik, die im Gegensatz zum Schmidt Cassegrain keine Korrektur- (Schmidt) Platte
oder Meniskuslinse hat.
Das Teleskop ist in einer Gitterrohr-Bauweise aufgebaut. Dieses offene Design unterstützt eine schnelle
Auskühlung und verhindert Tubusseeing.
Die technischen Daten:
Der Cassegrain wird in der Mond- und Planetenbeobachtung eingesetzt. Ebenso wird dieses Teleskop in der Beobachtung von
Doppel- und
Kohlenstoffsternen (roten und rötlichen Sternen) eingesetzt.
Sehr erfolgreich habe ich dieses Teleskop auch in der Deep-Sky Beobachtung eingesetzt.
Das Teleskop wird zusammen mit einem 80/400mm Refraktor als Optischer Sucher
auf einer Losmandy G11 aufgebaut.
Im 3" Okularauszug ist eine Reduzierung auf 2" eingeschraubt. Die Klemmung erfolgt über einen Spannring. Die Reduzierung auf 1¼" ist
ebenfalls mit einem Spannring ausgestattet.
Der Okularauszug lässt sich 50mm ausfahren. Auf dem Okularauszug ist eine Skala in Millimeter und Zoll eingraviert.
Der Fokussierknopf verfügt über eine 1:10 Untersetzung.
Die Justierschrauben für den Hauptspiegel (linkes Bild) und für die Verkippung vom Okularauszug (rechtes Bild).
Mit dem Cassegrain werden drei M117x1 Verlängerungshülsen geliefert. Eine Hülse hat eine Länge von 50mm, die zwei weiteren Hülsen haben jeweils eine Länge von 25mm.
Halterung für den Sucher.
In dieser Halterung lassen sich z.B. Leuchtpunktsucher klemmen.
Mitgeliefert wird auch ein Betteriehalter für acht "AA" Mignon Batterien mit passenden Anschlussstecker um die drei Hauptspiegellüfter
betreiben zu können.
Brennweite | Vergrößerung | Ap in mm | Feld in ° |
40mm | 76x | 3,2mm | 0,9° |
30mm | 102x | 2,5mm | 0,8° |
24mm | 127x | 2mm | 0,6° |
18mm | 169x | 1,5mm | 0,5° |
14mm | 218x | 1,2mm | 0,4° |
11mm | 277x | 0,9mm | 0,3° |
8,8mm | 346x | 0,7mm | 0,2° |
6,7mm | 455x | 0,6mm | 0,2° |
4,7mm | 649x | 0,4mm | 0,1° |
Um die reale Öffnung vom Hauptspiegel und die reale lineare Mittenabschattung durch den Fangspiegel bzw. dem Blendrohr vom Fangspiegel zu ermitteln machte ich einen Test mit der umgekehrten Okularprojektion und einer starken Taschenlampe.
Für dem Hauptspiegel komme ich auf eine Öffnung von rund 252mm.
Für die Abschattung vom Fangspiegel/Blendrohr Fangspiegel komme ich auf einem Wert von 87mm.
Die Abschattung durch den Fangspiegel beträgt somit, bezogen auf 252mm Öffnung, 34,5% lineare Abschattung. Im Vergleich zu den Händlerangaben von 33% weicht dieser Wert nicht mal so weit ab. Auch die reale Öffnung vom Hauptspiegel entspricht weitgehend den 254mm, die auf der Händlerseite angegeben werden.
Den originalen Okularauszug habe ich durch einen stabileren Zahnstangen-Okularauszug ausgetauscht. Dieser ist wesentlich stabiler als der originale Okularauszug.
Die Rotation von diesem Okularauszug erfolgt feinfühlig
ohne ein lösen der Überwurfmutter wie es beim alten Okularauszug nötig war. Das einstellen vom Fokus erfolgt präziser ohne dem zurückfedern wie es beim originalen Auszug vorhanden war.
Dieser Okularauszug besitzt eine 1:10 Feinverstellung. Das Auszugsrohr läßt sich circa 47mm ausfahren.
Auf dem Okularauszug befindet sich eine Skala in Millimeter. Ein Sucherschuh ist ebenfalls vorhanden, den ich aber
abmontiert habe.
Den Okularauszug habe ich mit einer Baader ClickLock Klemme ausgestattet.
Der Feintrieb vom Okularauszug lief zunächst sehr unrund.
Ich musste den Antrieb vom Okularauszug komplett zerlegen um die Kontermutter auf der Innenseite etwas zu lösen, damit der Feintrieb leichter gleichmäßiger lief.
Den Okularauszug habe ich mit einem ZWO EAF Motorfokus System ausgestattet. Den Okularauszug kann ich ohne Software und Laptop auch mit einem Handkontroller verfahren.
Die Stromversorgung erfolgt bei mir über eine
Powerbank.
Im praktischen Betrieb ergibt sich mit der Baader ClickLock Klemme nur noch ein wenige Millimeter großer Verfahrweg vom Okularauszug nach innen.Mit der originalen Klemme habe ich einen Verfahrweg von rund 17mm mit den
Baader Hyperion Okulare.
Die Baader Klemme ist deutlich stabiler als die originale Klemme, sie lässt durch ihre Baugröße aber nur noch wenige Millimeter Fokussierweg übrig, dadurch komme ich nicht mit allen Okularen in den
Fokus.
Da ich mit Baader ClickLock Klemme nur noch wenige Millimeter Fokussierweg hatte, baute ich wieder zurück auf die originale Klemme die ich mit einer stabileren Klemme ersetzte.
Die Ausrichtung oder die Verkippung vom Okularauszug und die Ausrichtung vom Fangspiegel richte ich im trockenen mit einem Justierlaser ein.
Zunächst richte ich die Verkippung vom Okularauszug zum Fangspiegel ein.
Alleine eine geringe Verkippung wie im Bild rechts wirkt sich stark auf die Position vom Laserpunkt
auf die Mattscheibe vom Justierlaser aus:
Mit den Justierschrauben für die Verkippung vom Okularauszug richte ich den Laserpunkt zentrisch in der Mittenmarkierung vom Fangspiegel aus, was schon deutliche Auswirkungen
auf die Position vom Laserpunkt auf der Mattscheibe vom Justierlaser hat:
Mit den Justierschrauben der Fangspiegelhalterung richte ich den Fangspiegel so aus, das der Laserpunkt in der Mitte der Mattscheibe vom Justierlaser zum liegen kommt.
Den Hauptspiegel richte ich am Stern aus.
Dazu stelle ich einen hellen Stern bei hoher Vergrößerung in die Mitte vom Gesichtsfeld vom Okular ein. Beim leicht defokussierten
Stern verstelle ich den Hauptspiegel so lange, bis der Schatten vom Fangspiegel genau mittig vom defokussierten Stern zum liegen kommt und die "Beugungsringe" den Schatten vom Fangspiegel
gleichmäßig umlaufen.
Das Teleskop bildet gut ab. Auch bei hoher Vergrößerung bleiben die Sterne scharfe Punkte und auch enge Doppelsterne werden gut getrennt.
Das Justieren von diesem Teleskop ist ebenfalls
einfach zu bewerkstelligen. Durch den offenen Tubus und der Mittenmarkierung auf dem Fangspiegel ist die Justage vom Fangspiegel einfach zu bewältigen.
Der größte Schwachpunkt an diesem Teleskop ist der Okularauszug,
Beim fokussieren entsteht ein kleines zurückfedern sobald der Fokusknopf losgelassen wird. Durch seine Form auf der
Unterseite lässt sich der Okularauszug auch nicht mit einem Standard-Motorfokus nachrüsten.
Die Rotation des Okularauszugs erfolgt über das lösen der Überwurfmutter. Ein feinfühliges rotieren ist dadurch nicht gegeben.
Nach lösen und festziehen der Überwurfmutter verstellt sich die optische Achse vom Okularauszug zum Fangspiegel.
Der zweite Schwachpunkt ist der zu geringe Backfokus.
Dieser hatte sich nachteilig beim Austausch vom Okularauszug bemerkbar gemacht, der nur wenig länger als der originale Auszug ist. Durch den fehlenden Backfokus
bleiben nur noch wenige Millimeter Verfahrweg nach innen übrig.
Der Fangspiegel taut sehr schnell zu.
In nicht einmal zu kalten und feuchten Nächten taut der Fangspiegel sehr schnell zu. Hier sollte mit einer kleinen Heizung das zutauen vermieden werden.
Stand der technischen Informationen: Dezember 2019.